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Abstillen- Eine Gemeinschaftsleistung

 

 Vom ersten bis zum letzten Stillen.

 

Eine Zwischenmenschliche Hochleistung. Vertrauen durch und durch.
Ich habe 3 Kinder gestillt. Jede darauffolgende Stillzeit dauerte länger.

 

Ich habe mich oft gefragt, wie manche Mütter es schaffen und wollen, „so lange“ zu stillen.

 

Mir war es immer wichtig, all meine Kinder gestillt zu haben. Aber irgendwann kam ich bei allen Kindern an Punkt, an dem ich nicht mehr konnte und wollte. Jedes Abstillen lief anders. Aber immer irgendwie gemeinsam.
Nun befinde Kind 3 und ich mich im Abstillprozess.

Ich dachte bis vor einigen Wochen noch, dass er es braucht, um immer wieder zurück in den Schlaf zu finden. Mehrfach schaffte er es jetzt Abends und teils auch Nachts durch Trösten und Schaukeln auf dem Arm, zurück in den Schlaf zu finden.
Brauchte er das Stillen also wirklich noch?

Oder nutze ICH das Stillen, um ihn möglichst schnell wieder in den Schlaf zu befördern, damit ich auch möglichst viel Schlaf bekomme?
Mir wurde klar, dass ER es nun schaffte, durch andere Wege einzuschlafen und garnicht mehr nach der Brust verlangte. Ich habe es ihm zum Schluß einfach nurnoch angeboten oder aufgedrängt, um schnell wieder schlafen zu können.
Aber ich hatte Respekt davor, ihn Nachts immer wieder aufrecht Sitzend im Bett in den Schlaf zu schaukeln.

Er wird oft wach. Mal 3 Mal, mal 10 Mal.

Halte ich es durch, todmüde doch nicht wieder inkonsequent zu sein und ihn zu stillen, weil es einfacher ist?
Ich nahm mir vor, es einfach auszuprobieren. Und das, obwohl ich Nachts oft nichtmal dazu in der Lage war, immer, wenn er wach wurde, auf die Uhr zu schauen.


Nacht 1: Abends: Nach dem Abendbrot, Waschen, Abendritual, Stillen im Sitzen auf dem Bett- im Hellen! Im Wachen abdocken, Licht aus und auf dem Arm einschlafen lassen.
2 Stunden später war er wach.

Ich schaukel ihn auf dem Arm zurück in den Schlaf.

Gott sei Dank wird die Schnuller Toleranz Größer!

Er nimmt ihn, ab und zu.
Er wird noch oft wach diese Nacht aber schläft schnell wieder auf dem Arm ein.

Zwei Mal stille ich ihn. Wow- das ging doch gut!

 

Nacht 2: Abends das gleiche. Nachts wird er wieder ähnlich oft wach.

Von ca 22.30 Uhr bis 2.30 Uhr schläft er.

Dann stille ich ihn.

Um 3.30 Uhr wieder kurz wach, schläft auf dem Arm wieder ein.

Um 5 Uhr wach und schläft auf dem Arm nicht ein.

Sucht aber auch nicht. Ich mache ihm Vollmilch warm. Er nimmt die Flasche plötzlich.

Trinkt 100ml- schläft ein und bis 6.45 Uhr
Super. Ich hätte nicht gedacht dass es so einfach läuft.


Nacht 3: Ich stille ihn Abends und nehme mir vor, ihm bei Bedarf die Flasche mit Milch zu geben, wenn er wach wird.

Und ihn gegen morgen frühestens zu stillen.

Ich trinke ein paar Schlücke Wein, um durchzuhalten.
Er wird mehrfach wach und schläft gut und unkompliziert auf dem Arm ein.

Bis um 2 Uhr. Ich mache ihm Milch warm, er trinkt ca 90ml und schläft danach NICHT ein.

Er ist im Halbschlaft und klettert immer wieder auf mich, kuschelt sich an.

Er weint nicht. Aber findet auch nicht in den Schlaf.

Er kuschelt sich an mich und brabbelt vor sich hin (über 1,5h).

Wir verbringen mit kuscheln die Zeit.

Ich bereue die Schlücke Wein, auch wenn es jetzt schon 8 Stunden her ist stille ich ihn nicht.

Plötzlich schläft er ein. In meinem Arm, im Bett liegend. Bis 7Uhr.
Wie geht es weiter? Fortsetzung folgt…!

 

Nacht 4: Ich stille ihn wieder im Hellen, sitzend auf dem Bett.
Ich lege mich nach dem Stillen mit ihm hin. Er schläft in meinem Arm ein.

Lässt sich gut weglegen. Bis 23 Uhr wird er zweimal wach.

Schläft in meinem Arm sofort wieder ein.

Um 2 Uhr ist er wach, ich stille ihn sitzen im Bett und lege ihn danach neben mich.

Er schläft weiter. Wird einmal kurz wach. und schläft dann bis 6.30 Uhr

 

Ich merke, er kuschelt tagsüber mehr mit mir. Mehrfach kommt er angekrabbelt und drückt seine Stirn an meinen Kopf.

Nimmt meinen Kopf in seine beiden Hände und drückt mein Gesicht in seins. Will viel auf den Arm und geküsst werden.

 

 

Das ist UNSER Weg. Ich weiß, es gibt andere. Bessere und schlechtere.
Ich habe letztens etwas gelesen, als Leitsatz für das Abstillen:

 

Die Brust nicht einfach anbieten aber auch nicht verwehren. Das finde ich gut.

Von der Variante, die man oft liest, dass die Mutter ein paar Nächte ausziehen soll, halte ich persönlich nichts. Für mich wäre es gefühlt ein Vertrauensbruch (vielleicht für das Kind nicht, aber für mich fühlt es sich eben so an).

 

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